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Berufsausbilder werden: AEVO Prüfung Präsentation – Beispiel, Muster, Konzept und Themen – Video Tipps!

AEVO: Praktische Prüfung und Präsentation – Du hast deine theoretische AEVO Prüfung bestanden? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt fehlt dir nur noch die praktische Prüfung vor dem IHK Prüfungsausschuss. Für all die verschiedenen Berufszweige musst du für die praktische Prüfung und Präsentation, einzelne, individuelle Vorträge vorbereiten. Das heißt auch, du musst auch Arbeitsmaterial vorbereiten, deinen Ausbildungsrahmenplan, Handwerker beispielsweise Werkzeug, Bäcker ihre Zutaten und Büromanager Rechnungen und Belege. Fertige, kostenlose 1:1 Muster findest du nicht für dein Konzept und deine Themen. Stop! Oder doch? Bilder sagen mehr als tausend Worte. Bevor ich dir jetzt über Seiten erzähle, was in der Prüfung auf dich zukommt, hier ein paar Video Empfehlungen für deine Ausbilderprüfung.

Ausbilder werden: Handlungsfelder und Prüfung

Hier findest du alles Wichtige! Lerne die Handlungsfelder der AEVO Prüfung kennen und hol dir praktische Tipps für deine finale Präsentation mit vielen Beispielen und Videos – alles kostenlos!

Bewertung im Fachgespräch

Bei der Durchführung einer Ausbildungssituation werden die folgenden Aspekte bewertet (Quelle: IHK Köln):

  1. Vorbereiten (Arbeitsplatz, Arbeitsmittel) / Einführen in das Thema und Ermitteln von Vorkenntnissen/Motivation
  2. Pädagogisches Konzept: Methodische Umsetzung / Lernhilfen / Medieneinsatz / Fragetechnik
  3. Aktivierung der/des Auszubildenden
  4. Zielerreichung / Lernzielkontrollen / Lernerfolgsicherung
  5. Zeiteinteilung / Angemessene Einteilung der Lernschritte / Einhalten der Gesamtzeit
  6. Auftreten als Ausbilder/in / Eingehen auf die/den Auszubildende/n: Sprache, Blickkontakt
  7. Berücksichtigung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes

Ablauf Allgemein

Überprüfe bei der zuständigen Stelle, welche Voraussetzungen für dich gegeben sind. Tipp: Jede Stelle hat ein Merkblatt.

In der Unterweisung geht es um:

  • Lehrgespräch
  • 4-Stufen-Methode (Standard, da Dialog)
  • Präsentation
  • Methodenmix

Vorbereitung und Setting

  • Azubi oder Stelle stellt „Azubi“ (Prüfer spielt Azubi) für Unterweisung
    • wenn Prüfer: optimal 18 Jahre – 21 Jahre, motiviert, wissbegierig
  • Übe deine Unterweisung 3, 4, 5 x
  • Konzept erstellen: Feinziel aus Grobziel (Ausbildungsrahmenplan)
  • Konzept drucken (5x): Du, 3 Prüfer und 1 Reserve

Fachgespräch:

  • Konzept
  • Unterweisung
  • Methode
  • Lernziele
  • Pläne, usw.

Didaktik und Methodik

Didaktik und Methodik, was heißt das? Didaktik ist die Lehre von der Gestaltung des Unterrichts. Aus Groblernzielen leitest du die Feinziele ab. Also das, was der Azubi konkret wissen und tun soll, wenn die Unterweisung abgeschlossen ist.

Feinlernziele enthalten Lernbereiche, diese sind wichtig für die Didaktik.

  1. Psychomotorisch: Handlungsabläufe
  2. Kognitiv: Wissen
  3. Affektiv: Änderung von Verhalten

Didaktische Prinzipien

Bei der Umsetzung helfen die didaktischen Prinzipien.

  1. Aktivität – Größtmögliche Einbindung
  2. Entwicklungsgemäß – Nicht überfordern und unterfordern
  3. Anschaulich – Bildhaft mit Demonstration (visuell und haptisch)
  4. Praxisnah – Vermittelte Inhalte mit Alltagsbezug (Sinnhaftigkeit)
  5. Verknüpfung – von Leicht zu Schwer, von Allgemein zu Besonders, usw.
  6. Erfolgssicherung – Verstanden und anwendbar

Methoden zur Umsetzung

  • 4-Stufen-Methode
  • Lernauftrag
  • Leittextmethode
  • Projektmethode
  • Rollenspiel
  • Fragend-erarbeitende Methode

Tipps für deine Prüfung: Ablauf

Dies ist kein allgemein gültiger Ablauf, er soll dir eine Struktur geben, so dass du weißt, wie du in deiner praktischen Prüfung vorgehen wirst.

Wie zuvor erwähnt, jede Stelle (Region) hat ihre Voraussetzungen. In Köln würdest du nur 10 Minuten haben, in manchen Stellen 15 Minuten. Deshalb hier unser Beispiel auf 15 Minuten:

Starte zunächst mit einer Einleitung: 1 Min.

Dauer: 1 Minute

  1. Begrüßung – „Duzen, wie immer“ – 10 Sekunden
  2. Rückblick letzte Woche, privates Interesse – 10 Sekunden
  3. Rückblick Berufsschule, bspw. Prüfung – 10 Sekunden

Rückblick auf die letzte Unterweisung: 2-3 Min.

Dauer: 2 Minuten

  1. Rückblick auf die letzte Einweisung
  2. Rückfragen zu Lerninhalten
  3. Weiterführender Informationen (Vertiefung der Lernerfolge), bspw. „Do“ and „Don’t“
  4. Typische Kundenfrage, als Überleitung

Unterweisung durch den Ausbilder: 4-9 Min.

Dauer: 6 Minuten

  1. Lernziel – „Nach dieser Unterweisung bist du in der Lage…“
  2. Arbeitsmaterialien vorstellen
  3. Arbeitsprozess vormachen und Erklärung an Azubi
  4. Für Azubi: Aufmerksam beobachten, bei Fragen, Verständnisprobleme, jederzeit Fragen stellen
  5. Für Ausbilder: Aktiv Fragen stellen, Rückbezug letzte Unterweisung

Nachmachen durch Azubi: 10-11 Min.

Dauer: 2 Minuten

  1. Azubi vormachen und Erklärung an Ausbilder
  2. Bitte nachzumachen
  3. Einzelne Arbeitsschritte und Begründung
  4. Rückfragen stellen

Erlerntes Festigen, 2. Wiederholung: 12-13 Min.

Dauer: 2 Minute

  1. Lernerfolg vertiefen
  2. Erneute Ausführung durch Azubi
  3. Ausbilder beobachtet

Lob und 3. Wiederholung: 14 Min.

Dauer: 1 Minute

  1. Lob
  2. Verbale Zusammenfassung der Kernaussagen der einzelnen Arbeitsschritte
  3. Lob
  4. Lernziel wiederholen – „Du bist jetzt in der Lage… selbstständig und fachgerecht …“

Abschluss: 15 Min.

Dauer: 1 Minute

  1. Eintrag ins Berichtsheft, Unterschrift am Wochenende
  2. Ausblick auf die kommende Woche: Thema Vorausschau

Typische Fragen nach der Präsentation

Nach der praktischen Ausführung, werden dir noch Fragen gestellt.

Lernziele: Richtziele, Grobziele und Feinziele

Frage: Sie haben Ihr Thema aus dem Ausbildungsrahmenplan. Hier spricht man von Richtlernzielen und Groblernzielen. Warum sind hier keine Feinlernziele enthalten?

Antwort: Betriebe haben unterschiedliche Prozesse, Aufbau, Abläufe. Deshalb verbergen sich hinter den Groblernzielen ganz individuelle, auf den Betrieb angepasste Feinlernziele.

Operationalisierung

Frage: Wie nennt man diesen Vorgang?

Antwort: Der Fachbegriff ist „Operationalisierung“, wie du in Teil 3: Fachkräfte ausbilden gelernt hast.

Duale System

Frage: Was ist das Duale System?

Antwort: Das Duale System bezeichnet die Trennung von Ausbildungsbetrieb und Berufsschule.

Ausbildungsordnung

Frage: Worum geht es in der Ausbildungsordnung?

Antwort: In der Ausbildungsordnung finden Sie Angaben zur:

  • Bezeichnung des Ausbildungsberufs
  • Dauer der Ausbildung
  • Ausbildungsziele des Berufs (Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse)
  • Ausbildungsrahmenplan (Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung)
  • Prüfungsverordnung

Ausbildungsrahmenplan

Frage: Was ist der Ausbildungsrahmenplan?

Nach dem Gesetz regelt der Ausbildungsrahmenplan „die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die mindestens Gegenstand der Berufsausbildung sind“.

  • Fertigkeiten
  • Kenntnisse
  • Fähigkeiten
  • Sachliche und zeitliche Gliederung

Außerdem dient der Ausbildungsrahmenplan als „eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Vermittlung der beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten“.

Praktische Arbeit

Frage: Ist Aufgabe XY nicht zu banal für eine Ausbildung?

Antwort: … wir können nicht davon ausgehen, dass dies zum Allgemeinwissen gehört. Auch wenn es zunächst banal erscheint, so gibt es doch eine Abfolge, die beachtet werden muss…

Frage: Gibt es für dieses Bewegungsmuster einen Fachbegriff?

Antwort: Psycho-Motorisch. In diesem Lernbereich übt man Abläufe solang, bis sie in das Unterbewusst eingehen. Dazu gehört auch das oben genannte, „banale“ …

Modifizierte 4-Stufen-Methode

Frage: Warum haben Sie sich für die modifizierte 4-Stufen-Methode entschieden?

Antwort: Der Azubi hätte einen Lernauftrag von mir erhalten können. Der Nachteil ist aber, er*sie müsste sich alles selbst beibringen. Zum Beispiel durch ein Prospekt. Das kostet viel Zeit, ist für den Azubi wenig Effektiv und ich hätte am Ende alles überprüfen müssen.

Frage: Warum keine 4-Stufen-Methode?

Antwort: Grundsätzlich ist die 4-Stufen-Methode eine rein darbietende Methode, zur Vermittlung von psycho-motorischen Lernzielen. Sie eignet sich zur Vermittlung von Fertigkeiten am Arbeitsplatz, das heißt vor allem für feste Arbeitsabläufe.

Ablauf der 4-Stufen Methode:

  1. Vorbereiten
  2. Vormachen und erklären
  3. Nachmachen und erklären lassen
  4. Üben, selbstständiges Arbeiten

Wäre möglich. Ich habe mich aber dagegen entschieden, der Azubi müsste sich bei dem gesamten Vorgang zu viel merken, vom ersten bis zum letzten Schritt, und würde die Hälfte vergessen. Bei der modifizierten 4-Stufen-Methode kann ich gemeinsam mit dem Azubi in sogenannten „angemessenen Teilschritten“ die Zeit geben, die er*sie braucht um sich alles zu merken und zu verinnerlichen.

Lernbereiche und Methoden

Frage: Welche Lernbereiche erkennen Sie?

Das sind:

  1. Psychomotorisch: Handlungsabläufe (4-Stufen-Methode)
  2. Kognitiv: Wissen (Präsentation)
  3. Affektiv: Änderung von Verhalten (Rollenspiel)

Frage: Welche Methoden würden Sie hier nutzen?

Antwort:

  • Kognitiv: Präsentation (Wissensvermittlung)
  • Affektiv: Rollenspiel (konkretes Verhalten simulieren)

Frage: Welche Führungsstile kennen Sie?

  1. Autoritär
  2. Kooperativ
  3. Less Affair
  4. Situativ (Mischform der Grundstile oder einzeln)

Handlungskreislauf und Methoden

Frage: Wäre eine andere Ausbildungsmethode angebracht?

Antwort: Die optimale Ausbildungsmethode gibt es natürlich nicht. Je nach Feinlernziel wähle ich eine passende Ausbildungsmethode. Bei Brutto/Netto-Erlernen wäre ein Lehrgespräch sinnvoller als eine Gruppenarbeit. Für komplexere Aufgaben würde ich dann eine Projektarbeit wählen, aufgrund ihres Lernstand und ihrer Fähigkeiten.

Frage: Welches pädagogische Modell liegt einer solchen Projektarbeit zugrunde und könnten Sie diesen beschreiben?

Antwort: Der Handlungskreislauf. Er besteht aus 6 Stufen:

  1. Informieren
  2. Planen
  3. Entscheiden
  4. Ausführen
  5. Korrigieren, wenn nötig
  6. Beurteilen

Frage: Zu welcher Methodenklasse gehört eine solche Projektarbeit?

Antwort: Zu den „erarbeitenden Methoden“. Hier überwiegt die Aktivität der Azubis. Der Ausbilder ist nur Coach und Begleiter. Der Vorteil: Azubis werden so an selbstständiges Planen und Handeln herangeführt.

Frage: Was ist die einfachste dieser Methoden?

Antwort: Das sind…

  1. Lernauftrag
  2. Leittextmethode
  3. Projektmethode

SMART-Methode

Frage: Was sagt Ihnen die SMART-Methode?

  • S = Spezifisch / klar formuliert
  • M = Messbar / Zielformulierung
  • A = Attraktiv/ positive Ziele
  • R = Realistisch / beeinflussbar
  • T = Terminiert / Zeitpunkt

Minderjährige und Ausbildungsvertrag

Frage: Dürfen Minderjährige einen Ausbildungsvertrag unterschreiben?

Nein, beide Elternteile müssen mit unterschreiben.

Frage: Was muss noch vorliegen?

Antwort: Eine ärztliche Bescheinigung für die Erstuntersuchung. Diese muss bis zum Erreichen der Volljährigkeit aktualisiert werden.

Video Sammlung: Praktische Prüfung

Hier findest du die wichtigsten Informationen, rum um Unterweisung mit der 4-Stufen-Methode, Simulation des Fachgesprächs bis zu Didaktik & Methodik aus dem dritten Handlungsfeld.

Unterweisung mit der 4-Stufen-Methode

In diesem Video siehst du die Einweisung am Beispiel eines Baumarktes. Ausbilder und Azubi sprechen über Armaturen. Hier weist der Auszubildende auf die Unterweisung der letzten Woche hin und führt die Schulung fort.

Die 4-Stufen-Methode hast du schon in Teil 3: Fachkräfte ausbilden kennengelernt.

Was heißt Vier-Stufen-Methode?

Die Vermittlung aller Inhalte findet dann durch eine bestimmte Methode statt, z.b. die Vier-Stufen-Methode.

  1. Vorbereiten des Auszubildenden – Inhaltlich und methodisch
  2. Vormachen der Arbeitshandlung und Erklärung
  3. Nachmachen durch Auszubildenden
  4. Selbstständiges Arbeiten

Beispielhaftes Fachgespräch mit 8 Prüfungsfragen

Simulation des Fachgesprächs

„Auszubildende Führen, Fordern, Fördern“

Tipps für die mündliche Prüfung

Geheim-Tipps zur praktischen Prüfung?

Beispiel für eine Unterweisung: Präsentationsform

Didaktik & Methodik aus HF 3

Hier kommst du zurück zum theoretischen Teil, dem 3. Handlungsfeld: Fachkräfte ausbilden.

Berufe

Für all die verschiedenen Berufe, musst du einzelne, individuelle Präsentationen vorbereiten. Das heißt auch, du musst auch Arbeitsmaterial vorbereiten.

Bäcker

Handwerker

Kamerafrau

Büromanagement

AEVO Fragen & Prüfung: Handlungsfelder

Jetzt in der Lukinski Masterclass:

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